Das tägliche Leiden der Tiere in Massentierhaltung und Schlachtereien – von uns gebilligt und durch unser Einkaufsverhalten in Auftrag gegeben...

Erde und Geist – Newsletter Februar 2013, auch als PDF hier lesen.
verfasst von Veronika Goller (Amanda)

Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung – Albert Einstein (Physiker und Nobelpreisträger (1905), Vater der Relativitätstheorie)

„Die Würde des Tieres ist unantastbar“, Art. XY, Abs.1 des Tierschutzgesetzes (?)

Nein, so ein Artikel existiert nicht. Der Grundsatz des Tierschutzgesetzes lautet: Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

Das deutsche TierSchG regelt die Tierhaltung, Töten von Tieren (Schlachtung), die Eingriffe an Tieren, Tierversuche, Züchtungen usw. Eigentlich bräuchten wir das ganze Schutzgesetz ganz und gar nicht, denn vor wem müssen die Tiere geschützt werden? Richtig – vor uns Menschen!

Aus vernünftigem Grund quälen wir die Tierbabys!?

Die sogenannten „Eingriffe an Tieren“ werden im § 5 Abs. 3 des TierSchG geregelt.

Das dürfen wir den Ferkeln im Alter von etwa 1 Woche ohne Betäubung antun:

  • Kastrieren,
  • Eckzähne abschleifen,
  • den Schwanz kürzen,
  • mit Ohrtätowierung (oder Ohrmarke) kennzeichnen.

Info auf Tierschutzbund: http://www.tierschutzbund.de/ferkelprotest.html.

Hier kannst du dir das Video „betäubungslose Ferkelkastration“ von BR anschauen:

Das dürfen wir auch aus vernünftigem Grund und u.a. zum Schutz anderer Tiere ohne Betäubung tun (weiter § 5 TierSchG:

  • Kastrieren von Rindern, Schafen und Ziegen,
  • Enthornen von Kälbchen (mit Brennstab),
  • Kürzen des Schwanzes bei den Lämmern und Kälbchen,
  • Kürzen der Schnabelspitzen bei den Küken,
  • Kürzen des krallentragenden Zehengliedes bei Masthahnenküken.

Warum tun wir das?

Weil die Tiere in der Enge der Massentierhaltung wahnsinnig werden und ihre Artgenossen angreifen, und weil das Fleisch von nicht kastrierten Schweinen nicht schmeckt. Die Fleischproduktion wurde in den letzten 50 Jahren wirtschaftlich so optimiert, dass die heute gezüchteten Tiere das Muskelfleisch in kürzester Zeit ansetzen, damit ihre Haltung am kürzesten ist, so bleibt das Fleisch für den Konsumenten billig. Die Knochen der Tiere können aber mit dem Muskelwachstum leider nicht mitwachsen und die Tiere leiden an Gelenkschmerzen, Gelenkverformungen oder schlicht Knochenbrüchen.

schweine in der Massentierhaltung
Schweine in der Massentierhaltung, Foto: Vier Pfoten - Stiftung für Tierschutz / pixelio.de

Das Tageslicht haben viele Tiere auch noch nie gesehen, den freien Auslauf auch nie erlebt, sonst würden sie ja abnehmen.

Ich hörte schon mal solche Sätze wie: „Na und, wenn das Tier das Tageslicht nie kennen lernte, dann vermisst es die Sonne auch gar nicht.“

Mit welchem Recht quälen wir all unsere „Nutztiere“ in der Massentierhaltung und mit welchem Recht nehmen wir ihnen überhaupt das Leben?

Darauf bekommt man oft folgende Antworten: „Ja, weil der Mensch Fleischesser ist, wir brauchen Eiweiß, es ist gesund, das Fleisch und Fisch zu essen, es schmeckt, es ist unsere Kultur und das ist die Würde des Menschen zu entscheiden, wie er sich ernähren möchte!“

Woher kommt unser Essen?

Wir produzieren unsere Nahrung nicht selbst, so was Essentielles. Unsere Wahlfreiheit geht nur so weit, wie abwechslungsreich die Regale im Supermarkt gefüllt sind und sie werden von der Nahrungsmittelindustrie damit gefüllt, was wiederum nachgefragt wird. Vor allem aber werden die billigen Produkte nachgefragt. Natürlich von guter Qualität!? Wenn die Tiere auf engstem Raum gehalten werden, mit Antibiotika im Tierfutter, mit Stresstransporten zum Schlachthof befördert…

legehennen
Legehennen in der Massentierhaltung, Foto: PeTA Deutschland e.V. / pixelio.de

Wie entstehen aber die Lebensmittel? Manche von uns wissen noch, wie man die Pflanzen anpflanzt, man hat vielleicht Kräutertöpfe zu Hause oder Apfelbäume im Garten. Aber ich wette, dass nur ganz wenige von uns in ihrem Leben ein Tier geschlachtet haben. Von meiner Oma hörte ich, dass sie im Dorf immer einen Schlachter eingeladen haben, um die Kuh oder das Schwein zu schlachten.

Heute kommt es immer noch vor, dass die Tiere nicht einmal richtig betäubt werden und bei Bewusstsein durch die Ausblutung geschlachtet.

https://www.youtube.com/watch?v=hJNsNWH6UJk

Warum bekommen wir vom Leiden der Tiere nichts mit?

Wie viel Leiden erfährt das Schwein, das Ferkel, die Kuh, das Kalb, das Lamm, die Fische von ihrer Geburt bis zu ihrem qualvollen Tod?

Warum tun wir uns das an, warum nehmen wir diese Verantwortung auf uns? Ich habe nur eine Antwort, weil wir nie zu Gesicht bekommen, wie die Tiere leiden, wie sie sterben. Das gehört nicht zum Schulunterricht.

Oder doch? An mancher Schule werden vielleicht solche Filme gezeigt wie dieser:

„Sendung: Auf der Suche nach munteren Kühen und Schweinen“, Dauer 43 Minuten. Schaut euch die Sequenz „Ferkelproduktion“ Minute 06:14-8:45 an. Da wird Schweinekreissaal gezeigt, wo die von ihren Babys in Ferkelschutzkörben fixierte Mutterschweine „Ferkel produzieren“ – so was bekommen unsere Kinder in der Schule zu sehen! Sterile und nüchterne Bilder. Das Ferkel ist das spätere Schnitzel. Punkt. Der Schweineproduzent im Film merkt an, dass die Ferkel kastriert werden, ihre Schwänze kupiert, ihre Zähne abgeschleift, um Kannibalismus zu verhindern. Aber wie das gemacht wird und warum es zu Kannibalismus kommt, darüber kein Bild in der Sendung. http://www.planet-schule.de/sf/php/02_sen01.php?sendung=7429

Die Küken sehen beim Schlüpfen nicht ihre Mutter, sie werden gleich auf ein Fließband gekippt, und dann auf den Boden einer Halle (Bodenhaltung), nach ca. 5 Wochen werden sie zu Suppenhuhn. Da die männlichen Küken keine Eier legen, und weil es Legehennen und Masthühner gibt, werden sie entsorgt: vergast oder in einem Fleischwolf geschreddert.

Ich bin zwar selbst seit vielen Jahren Vegetarianerin, aber ich beobachte an anderen Menschen sehr oft, wie diese entsetzt sind, wenn das Fleischgericht noch sehr nach einem Tier ausschaut, die Lammkeule, die Tentakel eines Oktopusses, die zarte rosa Scheibe von einem Ferkel. Meine Mutter liebte es nicht, ein Huhn auszunehmen, weil es früher in Russland die Hühner noch mit Kopf und Füßen und mit allen Innereien zu kaufen gab. Ich konnte den frischgefangenen Fisch rausnehmen, aber bitte schön, der Fisch durfte nicht zappeln.

Wie viel kann unser Planet noch verkraften?

Unsere Meere sind fast leer gefischt. Etwa die Hälfte der Getreideernte wird als Tiernahrung verbraucht. Für das Viehfutter werden die Regenwälder – die Lungen unseres Planeten – abgeholzt. Die Tiere verbrauchen aber auch mehr Trinkwasser, auf 1 kg ihres Fleisches gerechnet, das wir dann essen, als dass wir Wasser zum Gießen eines 1 kg Getreide verbrauchen. Hier gibt es unterschiedliche Zahlen von Wasserverbrauch, je nachdem, ob die Reinigung z. B. von Schlachthöfen dazu zählt. Schaut mal den Begriff „Virtuelles Wasser“, z.B. http://virtuelles-wasser.de/fleisch.html

Und was ist mit der ganzen „Scheiße“ (Mist und Gülle), die die Schweine und die Kühe produzieren? Wo sollen diese Mengen hin, wenn auf einem kleinen Fleck Tausende von diesen großen Tieren gehalten werden? Dieser Schmutz sickert sogar bis zu Grundwasser. „Wie viel Fleisch verträgt die Welt“ nano spezial 3sat vom 12.07.2012.

Wir leben gesund?

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Fleischkonsum – Klima und Gesundheit, Foto: © Barbara Eckholdt / pixelio

Wir leben in Industrieländern am längsten, aber auch am gesündesten? Hierzulande sind nicht nur viele Kinder und Erwachsene übergewichtig, sondern auch unsere Hunde und Katzen. Die Zivilisationskrankheiten werden nicht weniger: Diabetes, Gicht, Arthrose, Osteoporose, Allergien, Herz- und Kreislaufstörungen, Krebs, Übergewicht.

Kaum erkrankt man daran, empfehlen die Ärzte auf fette Würste zu verzichten - was eigentlich hier zu unserem „Kulturgut“ gehört -, Fleisch essen so groß wie die Handfläche, und ein paar vegetarische Tage pro Woche einlegen. Dann fühlt man sich in Lebensfreude wie beschnitten.

Unsere Kultur?

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Gegrillter Hund, serviert auf einer Platte, Foto: eigene Sammlung

Andere Länder, andere Sitten wie schon ein berühmtes deutsches Sprichwort sagt. Wer schon einmal im asiatischen Raum auf Reisen war, erzählt unglaubliche Sachen. Die da drüben essen Würmer und knusprige Heuschrecken, die aufgespießt wegzulaufen versuchen, bevor sie ins heiße Öl geworfen werden. Wie können die da drüben unsere Haustiere essen, Hunde oder Katzen?

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Spannferkel auf dem Grill, Foto: © TS / PIXELIO

Wie können wir hier Kühe essen? Im armen Indien habe ich gesehen, wie ein Ochse, dem ein Bein fehlte wegen einem Zusammenstoß mit dem Auto, weiter durchgefüttert wurde, er griff gierig mit seinen feuchten weichen Lippen nach meinen Keksen und Bananenchips.


Die höchsten Tierschutzstandards von Deutschland im internationalen Vergleich!

Deutschland hat eine Spitzenstellung, eine Vorreiterrolle in Sachen Tierschutz international eingenommen.

Die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Ilse Aigner: „…Wir haben in Deutschland mit die höchsten Tierschutzstandards etabliert. Ich kämpfe dafür, dass dieses hohe Niveau europaweit gilt… „ (Pressemitteilung Nr. 145 vom 23.05.2012

Seit 10 Jahren ist der Tierschutz in Deutschland auch als Staatsziel im Artikel 20a des Grundgesetzes verankert.

Wann schützt unser Tierschutzgesetz die Tiere?

Nach der neuen Fassung des Tierschutzgesetzes wird es ab 2019 (!!) verboten, die Ferkel ohne Betäubung zu kastrieren. Das sind jährlich 20 Mio. männliche Schweinebabys. Wir brauchen also weitere 6 Jahre, um die Betäubung an den Ferkeln bei dem Eingriff der Kastration anzuwenden!

Erst ab 2019 werden auch die Pferde unter Betäubung, aber weiter mit Brandzeichen am Schenkel gekennzeichnet, obwohl in der EU die elektronische Kennzeichnung mit Chip von Pferden vorgeschrieben ist.

Neu ist es auch, dass es fast verboten wird, die Menschenaffen als Versuchstiere zu nutzen.

Siehe“ Tierschutz verbessert“ auf Bundesregierung.de

https://www.bmel.de/DE/Tier/Tierschutz/_texte/TierschutzTierhaltung.html?nn=310198¬First=false&docId=2631814

Es wird sicherlich noch Jahrzehnte dauern, bis all die Grausamkeiten im Umgang mit den Tieren verschwinden.

Die Macht und die freie Wahl!

In was stehen uns die warmblütigen Wirbeltiere nach, dass wir sie so quälen, ausnutzen und ihnen das Leben nehmen? Weil sie nicht sprechen können, wie es ihnen geht?

Es liegt an jedem einzelnen von uns, dieses Leiden schon jetzt zu beenden, wenn schon das Gesetz unsere Mitgeschöpfe nicht schützen kann.

Wir haben hier die Macht und freie Wahl, ob wir die Tiere essen und in unserem Auftrag quälen lassen.

Herzlichst, in Liebe
Amanda Veronika Goller

PS: Für Hartgesottene: Schaut dieses Undercover-Video aus der Vorzeige Bioschlachterei in Baden-Württemberg an:

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=uUSksTje9Yg#!

Ein PETA Mitarbeiter konnte ganz offiziell Filmaufnahmen in einem Vorzeige-Bio-Schlachthof in Baden-Württemberg machen. Weitere Informationen unter: http://www.peta.de/schlachthofbawue

PPS. Weiter unten einige Angaben und Links zum Thema Tierschutz

Allgemeines zum Tierschutzgesetz:

Das deutsche Tierschutzgesetz (TierSchG) existiert seit 1972. Der Tierschutz ist seit 2002 als Staatsziel im Grundgesetz Art. 20a verankert. Novellierung des deutschen Tierschutzgesetzes im Mai 2012.

Art. 20a Grundgesetz GG

Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.

§1 Tierschutzgesetz TierSchG

Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“

Webseiten:

Vebu –Vegetarierbund Deutschland: https://vebu.de/

Tierschutzbund: http://www.tierschutzbund.de/ferkelprotest.html

Vier Pfoten: http://www.vier-pfoten.de/

Peta Deutschland: http://www.peta.de/

Buch: Rüdiger Dahlke PEACE FOOD, ISBN 978-3-8338-2286-5

 

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