Ich bin Du – Ein Gespräch im Körper

Erde und Geist – Newsletter November 2010, auch als PDF hier lesen.

Im Körper gibt es viele Organe, die alle eine bestimmte Aufgabe haben. Nun wollen wir ein kleines Gespräch der Organe untereinander belauschen.

Es spricht der Verstand: „ICH bin der Verstand, ich habe die Kontrolle über alle Abläufe, ich bin der Direktor des Körpers. ICH bin der Wichtigste, denn ohne mich würdet ihr nicht funktionieren.“

Es spricht das Herz: „ICH bin das Wichtigste, denn ich pumpe das Blut. Ohne meine Arbeit wäret ihr nichts, denn ihr würdet weder Energie noch Sauerstoff erhalten.“

Es spricht die Haut: „Was redet ihr für einen Unsinn. ICH bin der wichtigste Teil, denn ich halte alles zusammen. Ohne mich könntet ihr nicht leben, ihr würdet auseinander fallen.“

Es spricht das Blut: „Erkennt ihr denn nicht, dass ICH das Wichtigste bin? Ohne mich könntet ihr nicht leben, denn ich bin der Träger der Energie und des Sauerstoffes.“

Da meldet sich der Darm: „Dass ich nicht lache, was wäret ihr alle ohne mich, den wichtigsten Teil des Körpers? Denn ich verdaue die Nahrung und ohne Nahrung wäret ihr alle verhungert.“

Die Lunge sagt: „Und was ist mit MIR? Bin nicht ICH das Wichtigste? Schließlich besorge ich euch den Sauerstoff und lade eure Abfallgasen ab. Ohne mich würdet ihr in Sekunden ersticken.“

Auf einmal fällt dem Verstand ein interessanter Gedanke ein:

„Hmmm, ich bin zwar der Verstand und denke die Gedanken, aber ich kann ohne Blut und Sauerstoff nicht leben. Ich kann nicht alleine existieren. Wenn ich nun am wertvollsten wäre, so müsste ich doch alle Energie des Körpers bekommen? Aber umso mehr ich an mich raffen würde, desto schlechter würden die anderen Organe funktionieren und sie könnten mich zuletzt nicht mehr versorgen. Ich würde mit ihnen untergehen. Ich bin deshalb immer nur so wichtig, wie die anderen wichtig sind.“

Das Herz fühlt auf einmal: „Wenn ich keinen Sauerstoff und keine Energie bekommen würde, die mich ernähren, so wäre ich wohl schnell kaputt und könnte nicht mehr pumpen. Ich kann nicht alleine existieren.“

Es erkennt das Blut: „Würde es keine Haut und keine Lunge geben, so würde ich schnell versickern und meine Zellen würden sterben, denn sie brauchen auch frische Gase und Energie.“

Aber der Verstand hat heute einen guten Tag und entdeckt noch folgende Wahrheit: „Sind die Gedanken wirklich NUR von mir? Hätte ich nicht das Herz als Partner, so hätte ich keine Gedanken, denn ich hätte keine Energie zum Denken. Meine Gedanken werden durch das Herz und alle anderen Organe beeinflusst.

Zum Beispiel durch das Blut, denn wenn dem Körper Fremdstoffe zugeführt werden, so ändert sich auch „mein“ Denken. Durch die Haut, denn wird sie berührt, so ändert sich „mein“ Zustand, obwohl nicht „ich“ berührt wurde. Durch den Darm, denn wird er benutzt, so werde ich träge, obwohl nicht „ich“ arbeite.

Ich bin durch und durch eine Funktion der anderen Organe, bin durch sie bestimmt und kann ohne sie nicht einmal existieren. Gedanken tauchen in „mir“ auf, geschehen in mir. Aber gedacht hat das ganze System, ES, und nicht „ich“. Dass „ich“ derjenige bin, der denkt, ist eine Illusion.“

Und so finden schließlich alle Teile heraus, dass sie ohne den anderen nicht existieren können und dass sie in ihrer Funktion von den anderen Teilen mit-bestimmt werden.

Der Verstand macht jetzt ein Fazit:

„Alle Organe sind also ein Teil von mir, denn ohne sie kann ich nicht denken, und „ich“ werde durch sie erhalten. Ohne dich kann „ich“ nicht ich sein. Du bist ein Teil von mir und ich bin ein Teil von dir.“

Das Hirn denkt laut weiter:

„Am Anfang, in der befruchteten Eizelle – gleich einem kosmischen Urknall – waren wir alle ALL-EIN. Und nun sind wir scheinbar viele und doch eins.

Wir sind alle nur eine Idee, ein Aspekt von uns SELBST. Der Arm ist ein Teil des Körpers und doch ist er ohne Körper nicht selbstständig denkbar. Er kann sich nicht trennen und Ego sein.

Den Arm als selbstständigen Teil benennen zu können, ist nur eine bloße VOR-STELLUNG. VORSTELLEN ist relativ. Einheit ist absolut.

Aber dadurch, dass wir denken, UR-TEILEN, VOR-STELLEN können, können wir jeden einzelnen Teil von uns SELBST erleben, benennen und unterscheiden.

Vielleicht wissen wir dadurch besser WER WIR BIN?“

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